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Capoeira Hose

Kampf und Tanz

Capoeira ist Vergnügen, Capoeira ist ein Fest, Capoeira ist Freude…aber im richtigen Moment ist sie Verteidigung.” (Mestre Jao Pequeno)

Woher kommt die Bezeichnung?

Die Wortbedeutung “Capoeira” ist interessant. Es ist eine Bezeichnung für einen kleines Vogelmännchen, das aus getriebener Eifersucht auf einen Rivalen, der ihm im Weg ist, wilde Kämpfe veranstaltet. “Capu era” wurden aber auch die gerodeten Zuckerrohrflächen Brasiliens genannt, auf denen tausende afrikanische Sklaven zu Beginn des 16. Jahrhunderts arbeiteten.

Ursprung

Hier sind wir auch schon beim Ursprung des Capoeira. Die Portugiesen, die Brasilien kolonialisierten, “benutzten” afrikanische Sklaven, um den natürlichen Reichtum des Landes erschließen zu können. Es begann eine Zeit der Quälerei, in der das Gesetz der Peitsche der hemmungslosen Kolonialherren herrschte, die sich als Herren über Leben und Tod sahen.

Kultur der afrikanischen Heimat

Ausbeutung auf den Zuckerrohrfeldern und im Bergbau hinderte die Sklaven jedoch nicht, einen Teil ihrer Kultur aufrecht zu erhalten. Alte Überlieferung belegen, dass die ersten Capoeira-Tänze auf den Zuckerrohrfeldern stattfanden.

Nach Abschaffung der Sklaverei ging es den Schwarzen trotzdem nicht besser. Sie bekamen keine Arbeit, und um zu überleben, begannen sie zu plündern und zu stehlen. Capoeira wurde zu ihrem kriminelles Hilfsmittel. Von da an sah man die Capoeiristas als Kriminelle, und der Tanz wurde verboten.

Der Umbruch

Mestre Bimba (Manoel dos Reis Machado) führte den Capoeira Regional ein. Er erfuhr eine bedeutende Imageänderung. Ja, er wurde schließlich sogar zum Nationalsport und zum angesehenen Retter kulturellen Erbes.

Eine weitere Unterart entstand im Capoeira Angola, den Mestre Pastinha (Vicente Ferreira Pastinha) vertrat, weil er die “reine Seele” des Capoeira erhalten wollte.

Kleidung des Capoeiristas

Abhängig von der jeweiligen Stilrichtung werden immer Hose und T-Shirt in unterschiedlichen Farbkombinationen getragen. Verbreitet ist sowohl die schwarze Hose und ein gelbes Shirt (Capoeira Angola), aber vor allem auch eine weiße Hose zu weißem Shirt (Capoeira Regional).

Die Hose besteht aus weichem, fließenden Stoff, entweder aus Baumwolle oder 100% Polyester. Für eine bestmögliche Bewegungsfreiheit ist sie an den Beinen offen. Die traditionelle Kleidung ist die, die einst von den Sklaven getragen wurde: knielange Hose, von einer Kordel gehalten: eine Trainingshose aus roher Baumwolle.

Die original Capoeira-Trainingshosen sind mittlerweile zu einem wahren Trendrenner geworden, denn nicht nur die Kämpfer fühlen sich in dieser bequemen Hose wohl, sondern sie ist auch gut tragbar außerhalb des Kampfringes. Ja, man könnte sagen, sie ist salonfähig geworden. Viele Prominente tragen sie sogar als Bühnenoutfit zu ihrem Auftritt.

Gürtel

Im Capoeira Regional gibt es verschiedene Gürtel, die den Grad des Trägers anzeigen. Um die nächste Stufe zu erreichen, muss der Capoeirista ganz bestimmte Anforderungen erfüllen, die Zeitdauer, die seit seinem Erreichen der letzten Stufe vergangen ist, wird ebenfalls berücksichtigt. Die kleinste Kordel ist z. B. grün, danach folgt grün-gelb.

Geamtkulturerbe Brasiliens

Seit 1937 ist er gesetzlich wieder vollständig rehabilitiert und zugelassen. Musik, Literatur und Schauspiel bediente sich seiner starken Ausdruckskraft, er wurde zum nationalen Kulturerbe Brasiliens. Wer den Capoeira tanzt, sollte sich der Geschichte des unterdrückten Volkes immer bewusst sein.

Wie wird er praktiziert?

Capoeira wird im Kreis getanzt. Man nennt diesen Kreis “Roda“. Musik spielt, es wird gesungen und geklatscht. Zwei Kontrahenten treten in die Mitte des Kreises. Die Berimbau, das Leitinstrument, die Trommel – die Atabaqe und das Pandeiro, ein Tamburin begleiten den einsetzenden schwungvollen, kraftvollen, akrobatischen Tanz. Schnelle Kicks und dynamische Drehtritte zeigen ein Spiel zwischen Angriff und Abwehr.

Was ist Capoeira für Dich?

“Tanz der positiven Aggressionen” wird er auch genant. Er ist eine Lebensphilosophie, ein Kampfsport, in dem sich zwei Gegner nicht mit roher Gewalt, sondern vor allem mit geistiger Stärke, Koordination und Schlauheit zur Musik messen. Er ist ein athletisches Spiel zwischen Angriff und Verteidigung. Ein ernsthafter Kampf, der in einen Tanz verkleidet werden musste, weil er verboten war.

Prominente Capoeiristas

Selbst an den Promis geht Capoeira nicht vorüber. Amy Winehouse hat im März 2010 mit dieser Kampfkunst angefangen, um die nötige Konzentration für ihr lang erwartetes neues Album zu erlangen. Sie sagt, dieser Sport gebe ihr Kraft, bringe sie in Form und ins Schwitzen. Außerdem sei es ein wunderbares Mittel, sich auf sich selbst zu fokussieren. Ihr ständiger Kampf gegen Drogen spielt natürlich auch eine Rolle, warum sie ihr Leben endlich vollständig umkrempeln will.

Wer mag, kann sich im folgenden Kurzvideo eine kleine Sequenz des Capoeira ansehen:

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