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Kinesiotape

Den Schmerz sanft wegkleben

Es ist schon ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, die “Wade der Nation” – Michael Ballack, David Beckham, Serena Williams oder die Olympioniken mit bunten Klebemustern auf Schulter oder Wade zu sehen. Der Laie rätselt über plötzlich um sich greifenden bunten Tatoo-Wahn, der Fachmann lächelt, denn er weiß, dass es sich um Kinesiotapes handelt.

Was ist ein Kinesiotape?

Der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelte zu Beginn der 70er Jahre ein spezielles Klebeband aus Baumwolle, das eine wellenförmige Klebebeschichtung hat. Es ist atmungsaktiv, hautfreundlich und vor allem hochgradig dehnbar. Somit schnürt es die zu behandelnde Körperpartie nicht ab, es entsteht keine Versteifung, und die Durchblutung ist gewährleistet. Es passt sich wie eine zweite Haut an und wirkt sofort schmerzlindernd.

Was ist der Vorteil eines Kinesiotapes?

Die normalen Tapes sind starr, sie entlasten den Muskel, so dass er sich unweigerlich zurückbildet. Der spätere Muskelaufbau ist mühsam und langwierig. Ein Kinesiotape dagegen hat eine hochelastische Struktur, die den Muskel stützt aber die Bewegung nicht einschränkt. Durch seine wasserfeste Oberfläche kann man es durchaus auch beim Duschen tragen.

Wann wendet man das Kinesiotape an?

Bei der Behandlung von Knie-, Sprung- und Schultergelenksbeschwerden, verspanntem Nacken oder Rücken, Sehnenscheidenentzündungen, stumpfen Verletzungen, Muskelfaserrissen kann der Heilungsprozess um bis zu 50 % verkürzt werden. Die Schmerzlinderung tritt sofort ein, Schonhaltungen werden vermieden. Aber auch Gelenkfehlstellungen oder Regelschmerzen lassen sich damit behandeln.

Vorbeugendes Tapen ist gerade für Hochleistungssportler oder Kampfsportler der Sportarten Karate, Boxen, Kickboxen oder Judo zu empfehlen.

Wie wird das Kinesiotape aufgeklebt?

Das Ziel des Kinesiotapens ist es, den Schmerz zu lindern. Ein richtig angelegtes Tape übt einen leichten Druck aus. Es wird auf den komplett vorgedehnten Muskel aufgebracht, so dass sich beim Entspannen leichte Wellen im Tape bilden. Der Stoffwechsel wird an dieser Stelle angeregt, denn die Haut wird leicht angehoben. Dies ist besonders hilfreich bei Schwellungen.

Das Aufkleben des Kinesiotapes ist also nicht ganz einfach, und der Ungeübte kann einiges falsch machen. Muss die Art des Tapings spannungssteigernd (tonisierend) oder spannungssenkend (detonisierend) sein? In der Regel sollte ein gut ausgebildeter Fachmann dies übernehmen.

Haben die unterschiedlichen Farben eine Bedeutung?

Die Tapes gibt es in vielen Farbvarianten, so dass die Vermutung nahe liegt, dass die Farben eine Bedeutung hätten. Zum Beispiel: Rot – aktivierend, blau – beruhigend, beige – neutral usw. Doch dem ist nicht so. Die Tapes unterscheiden sich weder in ihrer Wirkungsweise noch in ihrer Stärke und Elastizität. Einzig und allein die Klebetechnik unter Beachtung der einzelnen Muskelansätze ist entscheidend.

Zahlt die Krankenkasse das Kinesiotape?

Die Kosten für dieses Spezial Tape belaufen sich in der Regel auf 10 – 30 Euro. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten im Regelfall nicht. Die privaten Krankenkassen zahlen i.d.R. die Therapie.

Wie lange muss ich das Tape tragen?

Meistens wird ein Kinesiotape 7 bis 10 Tage getragen. An geschützteren Stellen kann es bis zu 14 Tage halten, danach ist die Elastizität jedoch erschöpft. Wie lange Sie die Therapie benötigen, entscheidet im Regelfall ihr Körper, bzw. der behandelnde Arzt oder Therapeut.

Ich habe eine Pflasterallergie!

Unsere Leserin Karola G. aus Düsseldorf schrieb uns diese Frage, die sicherlich für einige von Ihnen auch interessant ist:

“Ich habe eine Pflasterallergie, so dass ich kein normales Pflaster tragen kann, ohne dass es zu Hautrötung und Ausschlag kommt. Kann ich trotzdem ein Kinesiotape anwenden?”

Ja, bei dem Kinesiotape wird ein Acryl-Kleber verwendet, der aus Naturharz besteht, der in der Regel keine allergenen Reaktionen auslöst. Sollten Sie unsicher sein, machen Sie mit einem kleinen Stück einen Klebetest auf dem Unterarm.

Ein Tipp: Tragen Sie vorher einen dünnen Schutzfilm auf die Haut.

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