Klitschkos Sekundensieg gegen Solis
19.03.2011 Der Pflichtherausforderer Odlanier Solis unterlag dem amtierenden WBC-Weltmeister im Schwergewicht Vitali Klitschko am Samstagabend durch ein Blitz-K.o. Es ist der 42. Sieg des 39 jährigen ukrainischen Champions – und für Solis der erste verlorene Kampf in seiner Profikarriere. Die 19.000 Zuschauer quittierten das schnelle Ende des Kampfes mit gellenden Pfiffen.
Klitschko kommentierte den Kampf anschließend: „Ich bin enttäuscht, weil wir nur eine Runde von zwölf gesehen haben. Aber nach dem Volltreffer wollte er nicht mehr weiterkämpfen.”
Solis sagte im Interview, er habe sich beim Fallen weh getan und am Bein verletzt. “Das war Pech, aber das sind Dinge, die passieren nun mal leider.”
Die Zuschauer verpassten den Eklat, zu dem es in der folgenden Pressekonferenz kam. Solis war wegen des Verdachts auf eine Bänderverletzung im rechten Knie nach dem Kampf in die Kölner Uni-Klinik eingeliefert worden. So ergriff sein zorniger Promoter Ahmet Öner im Gespräch mit den Journalisten die Gelegenheit, in einem Monolog Klitschko den Sieg madig zu machen. Klitschko habe nur Glück gehabt, weil sich Solis “irgendwelche Bänder gerissen hat”. Stunden zuvor hatte er noch betont, dass Solis Verletzung mit dem Treffer auf die Schläfe nichts zu tun gehabt habe.
Bernd Bönte, der Manager von Vitali, provozierte Öner in seiner Gegenrede und nannte es eine “billige Ausrede”, dass nicht Klitschkos Schlagkraft das schnelle Ende des Kampfes herbeigeführt habe, sondern die Knieverletzung von Solis. Es folgten verbale Beleidigungen und Beschimpfungen, die sich die beiden Gegner lieferten, die sich schon seit Jahren persönlich hassen.
Klitschko selbst freut sich zwar über seine erfolgreiche Titelverteidigung, ist aber zugleich unglücklich über den schnellen Ausgang des Kampfes.
Es hatte interessant begonnen. Der 13 cm kleinere Solis fand sehr schnell die richtige Distanz heraus, mit der er etliche Treffer gegen Klitschko landete. Dann traf ihn der entscheidende Schlag, der ihn straucheln ließ und den Kampf vorzeitig beendete.
Die Niederlage für den Herausforderer wird durch die mit 1,8 Mio Euro gefüllte “Börse” allerdings etwas erträglicher gemacht und wird ihm helfen, seine Schmerzen erträglicher zu machen.
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