Muay Thai
Hier geht es richtig zur Sache!
Muay Thai hat den Ruf, die brutalste und aggressivste Vollkontaktsportart der Welt zu sein. In Thailand wurde Muay Thai erschaffen, und die Thailänder lieben dieses blutige Schauspiel. Es gehört wie der Buddhismus und die Monarchie zu den Wurzeln thailändischer Kultur.
Muay Thai – die tödliche Waffe
Mönche schulten die Soldaten des Königs im Krieg zwischen Siam (Thailand) und Birma in der waffenlosen Kampftechnik “der acht Gliedmaßen”. Die Krieger wurden damit zu einer tödlichen Waffe.
In Thailand ist die Begeisterung für Muay Thai etwa mit der Fußballbegeisterung in unseren Breiten vergleichbar. Jede Provinz hat ein Muay Thai Stadion. Die Kämpfe werden im Fernsehen übertragen, die Straßenrestaurants sind gefüllt mit Zuschauern, die lautstark mitfiebern. Eine große Maschinerie steht mittlerweile hinter dieser Boxsportart, die zunehmend kommerzialisiert wird. Spitzenkämpfer verdienen an einem Abend bis zu 10.000 Euro und sind so bekannt wie Popstars. Buchmacher verdienen sich außerdem eine goldene Nase.
Die gefürchtetsten Kämpfer
Die Füße, Knie, Fäuste und Ellbogen werden zu Kampfmitteln und machen den Muay Thai Boxer zum gefürchtetsten Kämpfer des Kampfsportes. Die bekannteste Technik ist wohl der Kick mit dem Schienbein, der meist auf die Rippen oder Oberschenkel abzielt. Sogar Knietritte zum Kopf können z. T. erlaubt sein. Es wird das “Clinchen” eingesetzt, d. h., die Gegner halten sich fest, und versuchen sich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dabei treten sie mit den Knien gegen den Oberschenkel oder den Oberkörper des Gegners. Dass das Verletzungsrisiko bei dieser Sportart sehr hoch ist, steht außer Frage.
Kleidung
Obwohl das Thai Boxen in Deutschland sehr strengen Regeln unterliegt, Fairness und Achtung vor dem Gegner an erster Stelle steht, gehört die richtige Kleidung und vor allem auch die Schutzausrüstung zu diesem harten Sport dazu.
Getragen wird eine kurze Thai Box Hose (früher nur in den Farben blau und rot erhältlich), unter der sich eine Unterhose und der Tiefschutz befindet. Gekämpft wird in der Regel barfuß, manchmal auch mit leichten Budo Schuhen.
Kämpfer bis 66,68 kg (Weltergewicht) tragen während des Wettkampfes 8 Unzen Boxhandschuhe. Ab Superweltergewicht (über 66.68 kg) müssen die Kämpfer 10 Unzen Boxhandschuhe tragen. Diese werden erst im Ring angezogen, nachdem der Kampfrichter die Bandagen der Kämpfer überprüft und sie freigegeben hat.
Schutzausrüstung – ein Muss!
Die Sicherheitsausrüstung besteht aus einen Kopfschutz, spezieller Schutzausrüstung für Hände, Füße und die Zähne (Mundschutz). Man sollte nie vergessen, dass bereits ein Plastikball mit dem Gewicht von läppischen 150 g bei einem Aufprall auf den Mund die Zähne brechen lässt! Der Mundschutz muss gleichzeitig elastisch und starr sein, damit er die harten Schläge dämpfen kann. Er leitet so den Aufprall des Schlages auf eine möglichst große Fläche ab.
Weiterhin werden Schienbeinschützer getragen und sehr wichtig ist auch ein Schutz gegen Tiefschläge (Suspensorium), die immer wieder vorkommen. Je nach Verein wird auch mit Brustschutz (für Anfänger) und Ellenbogenschutz gekämpft.
Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen kann man die Verletzungsgefahr schon erheblich reduzieren.
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