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Ringen

Kennen Sie die ältesten Wettkampfsportarten?

Es sind Laufen und Ringen. Schon 3000 v. Chr. gab es Ringerschulen in China. Später, etwa 700 Jahre v. Chr., wurde das Ringen dann in die Olympischen Spiele der Antike aufgenommen – bis zur Herrschaft von Kaiser Theodosius (379 – 395 n. Chr.), der die gesamten Spiele wieder verbot.

Unterschiede

Das heute am häufigsten praktizierte griechisch-römische Ringen (Greco) gestaltet sich allerdings etwas anders als das altertümliche, denn es wird nicht mehr ausschließlich im Stand gekämpft. Einst siegte, wer den Gegner drei Mal zu Boden geworfen hatte. Auch eine Einteilung in Gewichtsklassen kannte man nicht, und der, der die größten körperlichen Vorteile besaß, siegte in aller Regel.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit brachten 1896 das Ringen wieder zu Olympischen Ehren, seit 2004 mischen auch die Frauen erfolgreich mit (nicht in der Stilart “Greco”)! Mittlerweile sind immerhin rund 18% der Mitglieder des Deutschen-Ringer-Bundes weiblich.

Definition Ringen (Wrestling)

  • Waffenloser Zweikampf, der zum Ziel hat, den Gegner mit beiden Schultern gleichzeitig auf den Boden zu zwingen. Nicht zu verwechseln mit Catchen bzw. “Professional Wrestling”.

Stilrichtungen

  1. Freistil: Griffe am ganzen Körper (auch Beine) sind zugelassen, sowohl im Stand als auch im Bodenkampf
  2. Griechisch-Römischer Stil (Greco): Griffe sind sowohl im Stand als auch im Bodenkampf nur bis zur Gürtellinie zugelassen. Der Einsatz der Beine ist verboten.

Kampfplatz

Die Ringer kämpfen auf einer runden Matte, die einen Gesamtdurchmesser von 9 m und eine Kampffläche von 7 m² hat.

Gewichtsklassen

Für beide Kampfstile gilt:

  • Männer: bis 55 kg, 55 bis 60 kg, 60 bis 66 kg, 66 bis 74 kg, 74 bis 84 kg, 84 bis 96 kg, 96 bis 120 kg
  • Frauen: bis 48 kg, 48 bis 55 kg, 55 bis 63 kg, 63 bis 72 kg

Kleidung

Männliche und weibliche Ringer tragen zu Wettkämpfen ein Ringertrikot. Dies ist ein einteiliges von der FILA genehmigtes Trikot in den Farben Rot oder Blau. Eine farbliche Mischung von Rot und Blau ist in der Regel verboten. Im Achselbereich darf es maximal 10 cm ausgeschnitten sein, im Freistil muss es bis zur Mitte der Oberschenkel gehen, im Griechisch-Römischen Stil kann es die Beine ganz bedecken. Unter dem Trikot wird eine Unterhose mit oder ohne Suspensorium getragen. Für Ringerinnen wird das Tragen eines BHs (ohne Metallteile, am besten Sport-BH) empfohlen. Ringerinnen dürfen nicht mit Männertrikot und darunter angezogenem T-Shirt zum Wettkampf antreten.

Die Schuhe sind Knöchel bedeckende Ringerschuhe ohne Absätze, ohne Metallösen oder anderen Metallteilen. Schnürsenkel, falls vorhanden, müssen abgedeckt sein!

Werden Ohrenschützer getragen, so dürfen auch diese keine Metallteile enthalten.

Leichte Knieschützer als Protektoren dürfen (ohne Metallteile) ebenfalls getragen werden.

Ablauf eines Kampfes

Der Ringkampf beginnt immer im Stand. Verschiedene Angriffstechniken wie Schleuder-, Griff- und Wurftechniken zielen darauf, den Gegner in eine Boden- und Schulterlage zu bringen.

Der Bodenkampf hat zum Ziel, den Gegner mit Halte- und Wendetechniken mit beiden Schultern auf die Matte zu zwingen, wo er mindestens eine Sekunde lang gehalten werden muss. Dies erbringt einen Schultersieg. Der Gegner versucht dies zu vermeiden, indem er sich in eine Bank- oder Bauchlage begibt und seinerseits versucht, den Anderen in die mißliche Lage zu bringen. Eine sog. “Ringerbrücke” ist die letzte Möglichkeit, einen drohenden Schultersieg des Gegner zu vermeiden. Man stützt sich mit Kopf und Füßen auf die Matte und macht ein Hohlkreuz. Das bietet die Möglichkeit, mit einem schnellen Seitenschwung aus der Rückenlage zu kommen.

Punktevergabe durch den Kampfrichter

Ein Kampf besteht aus 3 – 5 Runden, je nach Kampfart (Einzelkampf oder Mannschaftskampf). Für erfolgreiche Techniken gibt es festgelegte Punkte.

Taktik

Ringen erfordert eine sehr gute Kondition, Kraft und Schnelligkeit. Schub- und Zugkraft gepaart mit unterschiedlichen Griff- und Wurftechniken machen den Reiz dieser Kampfsportart aus. Um ein Meister zu werden, ist jedoch nicht nur Kraft und technische Perfektion Voraussetzung, sondern auch Geschicklichkeit, Intuition und Gefühl. Schwächen des Gegners erkennen – und sie zu seinem Vorteil auszunutzen. Bewusst Situationen schaffen, die den Gegner “schachmatt” setzen.

Für wen ist Ringen geeignet?

Ringen ist eine Sportart, die bereits im Kindesalter begonnen werden kann. Einfache, spielerische Grundübungen, welche die Motorik schulen, wechseln über zu Kampfspielen, wo Kinder lernen, vorgegebene Regeln einzuhalten. Es ist ein hervorragendes Mittel, um Aggressionen abzubauen!

Ringen Bekleidung

Ringerstiefel