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Sai Gabeln

Die Geschichte der Sai Gabeln ist interessant. Auf der japanischen Insel Okinawa war es den Bauern früher verboten, Waffen zu tragen. Das war der Kaste der Samurai vorbehalten. Fatal, denn damals war die Insel durch fremde Truppen besetzt und Überfälle standen auf der Tagesordnung. Neue “Waffen” mussten her.

Not macht erfinderisch!

Aus Alltagsgegenständen wurden Waffen entwickelt. Ein Dreschflegel beispielsweile ließ sich sehr gut auch als “Würgemittel” einsetzen. Die Kurbel des Mühlrades wurde zur Tonfa, mit der Schläge und Stöße ausgeführt werden konnten. Die Reissichel, die man für das Ernten der Garben benutze, wurden als Kama zu einer gefährlichen Stoß- und Schnittwaffe. Der Stab (Bo), der den Flößern diente, um sich vom Ufer abzustoßen, wurde mit seinen 1,80 m Länge zu einem excellenten Distanzkampfgerät.

Von der Reisgabel zum Kriegsgerät

Und schließlich die Sai Gabeln. Ursprünglich genutzt, um Reisballen und Garben zu transportieren, wurde sie in den Händen des geübten Bauern zu einer effektiven Waffe zum Abblocken von Angriffen und Verteidigung gegen Schwert und Stab.

Kobudo

“Der Weg der alten Kriegskünste” – Im Kobudo (Kampf mit Waffen) und im Karate (Sai-Kata) werden die Sai Gabeln eingesetzt.

Beschreibung

  • Sai gleichen auf dem ersten Blick einer Stimmgabel. Es ist jedoch eine Gabel mit drei Zinken aus Metall, bei denen die Mittlere durch ihre Größe hervorsticht. Die Länge der mittleren Gabel ist etwa so lang wie der Abstand vom Ansatz des Daumens bis zum Ellbogen zuzüglich 2 – 3 cm. Das Ende sollte über den Ellbogen hinausragen.
  • Die beiden seitlichen Flügelzinken (Yoku) sind etwa 8 cm kürzer. Traditonell sind die Zinken 8kantig oder 6kantig. Der Griff  (Tsuka) ist zwischen 10 und 12 cm lang entsprechend der Gesamtlänge der Sai Gabeln.
  • Erhältlich sind die Gabeln in traditioneller unbehandelter oder verchromter Ausführung. Die traditionelle unverchromte Ausführung hat den Vorteil, dass die Oberfläche Rauh ist. So ist ein größerer Halt bei einer Abwehrhandlung gegeben.

Wie benutze ich Sai Gabeln?

In der Regel wird mit zwei Sai Gabeln – in jeder Hand eine – gekämpft. Wobei eine dritte Gabel oftmals im Gürtel hinter dem Rücken steckt, da sie auch als Wurfwaffe dient.

Die Gabel wird entweder am Griff gehalten, wobei die Zinken nach vorne zeigen, oder mit dem Griff nach vorn. Hierbei liegt der Zeigefinger zur Stabilisierung auf dem Griff. Zwischen Zeigefinger und Daumen liegt eine Rundung der seitlichen Zinken. Die restlichen Finger umfassen den Bogen des anderen seitlichen Zinkens. Die Gabel liegt eng am Unterarm an. Die Spitze steht leicht über den Ellbogen hinaus.

Auch als Haken ist die Sai Gabel zu verwenden. Hierzu fasst man den langen Zinken in der unteren zur Spitze liegenden Hälfte an.

Tipp

Je nach Qualität der Sai kann es dazu kommen, dass sich das Leder um den Griff verdreht. Hier gibt es ein einfaches Gegenmittel:

Lederstreifenreste (gute Qualität verwenden!) längere Zeit in Wasser einweichen und dann fest um den Griff des Sai wickeln. Das Leder trocknet, zieht sich zusammen und schmiegt sich fest an den Griff an. Es reicht eine einfache über Kreuz Umwicklung, beginnend an der Klinge bis zum Knauf. Ein Knoten am Ende fixiert das Band.

Hinweis:

Sabi Gabeln werden nur an Personen über 18 Jahren verkauft.

Grundhaltung der Sai Gabeln

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